BÄRNERBÄR – Nicht nur Bern ist heiss auf den coolen Bären.

Schlicht und individuell: Mitten in der Pandemie gründeten die Blickpunkt-Party-Erfinder Marco Gehrig und Dominik Huber mit Partnern ein Fashionlabel. Die Hoodies und Shirts von OneBear haben inzwischen schweizweit Fans gefunden.

Fast wäre es statt dem Bär ein Hund geworden. Wenn Marco Gehrig heute über seine ersten Gehversuche im Fashionbusiness spricht, muss er selbst lachen. Der angehende Wirtschaftspsychologe wollte die Theorie in die Praxis umsetzen: «Ich dachte über eine passende Marktlücke nach und kam darauf: Die Menschen mögen Hunde. Und sie trinken gerne Kaffee.» So setzte Gehrig beides voller Enthusiasmus in ein Shirt-Motiv um: Ein Hund, der einen Kaffeebecher hält. Doch was der ehemalige Vize-Mister-Schweiz da aus dem Hemdärmel geschüttelt hatte, erzeugte bei Freundin Nina Schweizer nur ein müdes Lächeln. «So etwas würde ich nie anziehen. Überleg dir lieber etwas anderes.» Heute ist er dankbar für ihre charmante Ehrlichkeit und die direkte Absage an Idee Nummer eins. Gemeinsam kreierten sie dann das heutige Design ohne grosse Logos, mit dem typischen Quadrat. OneBear war geboren. «Keep it simple», fasst Gehrig seine Philosophie zusammen. Das Label setzt auf den Trend zu reduzierten hochwertigen Looks. «Zu Beginn sammelten wir viele Ideen, was wir alles auf die Hoodies sticken könnten», sagt Schweizer, die heute im Rechnungswesen ihrem Freund den Rücken stärkt. Auch im selbsterstellten Internetshop setzt Gehrig sein IT-Wissen und die Wirtschaftspsychologie wieder ein: «Darf der Kunde sein Shirt selbst mit designen, dann tritt der IKEA-Effekt auf.» Dieser besagt, dass man sich mit einem Gegenstand verbundener fühlt und ihn mehr wertschätzt, wenn man ihn selbst kreiert hat. So ist der Konfigurator das Herzstück des OneBear-Shops: Kunden können hier zwischen zehn respektive zwölf Farben wählen und eine Beschriftung mit vier bis acht Zeichen selbst gestalten. Die Einfachheit und die klaren Linien kommen an.

«Ich war schon immer ein Bär»
Angst, mitten im Pandemiejahr 2020 ein Geschäft aufzubauen, hatten die Gründer nicht. Durch Lockdown und den immer beliebteren Onlinehandel profitierten sie sogar. Wie viele Kleidungsstücke pro Woche über die virtuelle Ladentheke gehen, verrät das Team nicht. «Wir sind zufrieden mit den Verkäufen», sagt Mitgründer Dominik Huber. Sein Zukunftstraum ist es, OneBear als Marke im ganzen deutschsprachigen Raum zu etablieren. Wenn Gehrig heute auf der Strasse jemanden in OneBear Fashion sieht, freut er sich sehr. «Es war mein Kindheitstraum, einmal einen Brand ins Leben zu rufen, der von allen getragen wird. Und heute ist mein Traum Tatsache geworden.» Aus seinen Worten spürt man, wie viel ihm das Label bedeutet. Von Konkurrenz und geschäftlichen Hürden liess er sich nicht aufhalten. «Ich hatte keine einfache Kindheit und musste oft kämpfen in meinem Leben. Ich war schon immer ein Bär», erinnert sich Gehrig. Umso glücklicher ist er jetzt, ein engagiertes und ideenreiches Gründerteam zu haben. Kaum gestartet, hatte das Jungunternehmen schon zwei Rechtsstreitigkeiten am Hals und mit dem ersten Produzenten im Ausland haperte es. Das Team konnte die Probleme klären und stellte die Produktion um. Heute werden die Artikel in Nidwalden veredelt. «Wir wollen mit OneBear für Schweizer Qualität stehen. Deshalb bin ich froh, unseren Partner in Nidwalden gefunden zu haben, de jeden Hoodie individuell bestickt, bedruckt und versendet. Er ist mit Herzblut dabei und auch ein kleiner Bär geworden. Wir sind eine Familie», so Gehrig. Einen Teil der Stücke gibt es auch aus nachhaltiger Produktion, die Kundschaft hat die Wahl. Inzwischen hat das Label sein Sortiment um Kappen, Trinkflaschen und Kinderkleidung erweitert. «Mein Lieblingsstück ist derzeit der Babybody, der oft mit dem Namen des Neugeborenen bestellt wird», so Schweizer. Auch eine Sonderkollektion mit Postleitzahlen oder Kantonen gibt es. «Aber ich mag das schlichte Bärn-Shirt am meisten», so Marketingverantwortlicher Huber. «War ja auch meine Idee», meint er lachend.

Kleider «live» anfassen
Das Label mit dem charakteristischen Bär hat in seiner Heimatstadt viele Fans gefunden. Doch genauso viele Bestellungen kommen aus Zürich und dem Rest der Schweiz. «Wir sind mittlerweile auch im Olmo-Shop, in Zweisimmen und Zürich vertreten», freut sich Gehrig, der das Ganze ausbauen will. Trotz Onlinehandel schätzen es viele, die Stücke auch mal live anfassen und probieren zu können. Und wie geht es weiter? Das Team muss nicht lange überlegen, treibt sie doch ein Charitygedanke an. «Als Schweizer Unternehmen wollen wir der Schweiz etwas zurückgeben», so Gehrig, der künftig einen bestimmten Betrag pro verkauftes Kleidungsstück spenden möchte. Das sieht nach der nächsten bärenstarken Partnerschaft aus.

Hier geht es zum original Bericht aus dem Bärnerbär geschrieben von Michèle Graf.

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